Was ist ein Passivhaus?

 

Ein Passivhaus ist ein hervorragend gedämmtes und dichtes Gebäude, das ohne aktives Heizsystem auskommen kann.

Ein Passivhaus wird nicht warm, es bleibt warm, weil es fast keine Wärme verliert und passiv Wärme eingetragen wird. Auch die Menschen und deren Nutzung des Hauses bringen Wärmeenergie in das Gebäude, die erhalten bleibt.

Architektur:

Die Wärme transmittiert durch die Bauteile nach außen, je geringer die Oberfläche der Bauteile im Verhältnis zum Volumen sind, desto geringer sind die Wärmeverluste. Man spricht vom A/V- Verhältnis. Klare Baukörper begünstigen dies, verspielte Formen weniger.

Damit die Sonnenenergie eingefangen werden kann, muss das Haus nach Süden geöffnet werden, nach Norden eher geschlossen bleiben. So lässt sich Solararchitektur mit hohem Wohnwert vereinen.

Gebäudehülle:

Sohle, Wände und Dach sind sehr gut gedämmt. Folgende Dämmstärken sind bei kleinen Häusern keine Seltenheit:

  • Sohle           20-26 cm
  • Wände         26-30 cm
  • Dach            30-40 cm

Fenster und Türen haben folgende Werte einzuhalten:

  • Uw       <=  1,0       (W/qmK)
  • Uf        <=  0,7-0,8 (W/qmK)
  • Uw       <=  0,5-0,7 (W/qmK)
  • G-Wert        0,5-0,6 ( )

 

Auch müssen die Fenster luftdicht sein und auch eingebaut werden. Die Gesamtgebäudeluftdichtigkeit muss im BloowerDoorTest unabhängig nachgewiesen werden und darf 0,6 (1/h) nicht überschreiten. Bei kleinen Objekten sollte aber <0,3(1/h) angestrebt werden.

Technik:

Alle Passivhäuser haben eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Der Wirkungsgrad dieser Anlagen liegt bei 90 %, so dass nur ca. 10 % verloren geht. So bleibt die Wärme im Haus und die Luftqualität ist tags und nachts gleichbleibend hoch. Zugerscheinungen gibt es nicht. Selbstverständlich dürfen die Fenster geöffnet werden, aber das macht im Winter keinen Sinn.

Je nach Gebäude können zur Warmwassererwärmung und Nachheizung verschiedene Systeme eingesetzt werden: Solarthermie, Pellet- oder Holzöfen und Wärmepumpen.

So lassen sich die monatlichen Wärmekosten auf 200-300 im JAHR minimieren.

Wohnklima:

Durch die Bauweise sind Kondensatbildung und hohe Luftfeuchtigkeiten nicht möglich.

Durch die o.g. Eigenschaften reagiert das Haus nur sehr träge auf Schwankungen der Außentemperatur, so dass das Wohlfühlklima permanent vorhanden ist.

Klimaschutz:

Wer wenig Energie verbraucht, emmitiert nur geringe Mengen CO2. Das impliziert jedoch auch Haushalts- und Kommunikationgeräte mit guten Energieeffizienzklassen. Durch die Baustoffauswahl kann die graue Energie, die zur Erstellung der Gebäude notwendig ist maßgeblich beeinflusst werden.

Amortisation:

Ein Passivhaus amortisiert sich von selbst. Die etwas höheren Baukosten werden durch die geringeren Verbräuche fast ausgeglichen. Sonderförderungen von Bund und Land tun das Übrige.

Da der Standard aller neu zu errichtenden Gebäude ab ca. 2020 dem eines Passivhauses sehr nahe kommen wird (EU-Richtlinie)und der Wiederverkauf/Gebäudewert von Gebäuden mit schlechterem Standart geringer bewertet werden wird, kann jedes Haus nur ein Passivhaus werden.